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Feierlichkeiten anlässlich der Verfassungsgebung
#1
An diesem Dienstagmorgen war der Plenarsaal - bis auf wenige Ausnahmen - voll besetzt. Dies galt insbesondere sowohl für Gästetribüne als auch die Presseränge. Niemand wollte an diesem historischen Tag fehlen. Eine allgemeine Gesprächigkeit war zu vernehmen, die nicht störend wirkte, sondern der eine gewisse Erhabenheit inne wohnte.

Als die Saaltüren geschlossen wurde kehret rasch Ruhe ein. Gespannte Blicke richteten sich auf Tarvo Kapanen, den Parlamentssprecher. Stoisch saß dieser auf dem exponiert stehenden Stuhl auf dem erhabenen Podest, zu dem mehrere Stufen hinaufführten. Von dort blickte der Sprecher hinunter in die Gesichter der Abgeordneten im Plenum. Vereinzelt war noch ein Räuspern oder gar Husten zu hören. Tarvo Kapanen schien die allgemein eingekehrte Ruhe auszureichen, als er sich mit sonorer Stimme an die Zuhörer wendete.


"Werte Abgeordnete, werte Gäste, an diesem 4. Dezember 2022 haben wir Geschichte geschrieben...". Applaus aufbrandete auf, so dass Kapanen inne hielt, ehe er fortfuhr.

Kapanen ging in seiner 15-minütigen Rede auf die wechselhafte Geschichte Mawettas ein und hob dabei immer wieder hervor, dass die Bürger Mawettas sich dabei zu keinen Zeitpunkt der Ernüchterung hingegeben, sondern stets den Tatsachen in die Augen gesehen hätten. Die Hoffnung, so Kapanen, wäre dabei niemals auf der Strecke geblieben, so dass sich am Ende die mawettische Beharrlichkeit wieder einmal durchgesetzt und sie zu dem jetzigen geschichtsträchtigen Moment geführt hätte.
#2
In der ersten Reihe saß Kaija Raikkönen, ehemalige Provinzpräsidentin - dieses Amt gab es seit geraumer zeit nicht mehr - und kommissarisches Staatsoberhaupt der Republik Mawetta. Als gebürtige Mawetterin erfüllte sie dieser Moment mit unglaublichem Stolz - gemischt mit etwas Wehmut: Auch das Amt des Staatsoberhauptes würde sie nicht mehr lange inne haben. Die neue Verfassung respektierte den 'Wunsch' aus dem Kreml, das alleine der Staatspräsident der Androischen Föderation, das Recht hatte, einen geeigneten Kandidaten für das Amt des Staatsoberhauptes dem mawettischen Parlament zur Annahme vorzuschlagen. So stellte Koskow sicher, dass trotz aller neu erreichten Freiheiten - und das waren wirklich nicht wenige und sollte den Erfolg, den die neue Verfassung mit sich bringen würde auch in keiner schmälern - Mawetta nicht vom vorgegebenen Kurs aus Koskow abwich. Unter all diesen Umständen hegte Kaija Raikkönen nicht wirklich die Hoffnung, dass ausgerechnet sie von Staatspräsident Burmakin als Kandidatin für das Amt des Staatsoberhauptes nominiert werden würde.

Lauter Applaus holte sie in die Wirklichkeit zurück. Kaija Raikkönen richtete die Dokumente vor ihr und erhob sich, um vorzutreten. Es war die Zeit für ihre Rede gekommen.
  


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