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Arbeitszimmer des Präsidenten
Dass das Thema Krolock Erwähnung finden würde, hatte Burmakin erwartet. Krolock war ein offensichtlicher Störfaktor in der sonst homogenen androischen Gedankenwelt hinsichtlich der territorialen Integrität, daran hatte auch Burmakin keine Zweifel. Ein vorliegender Assoziationsvertrag erschwerte die Situation, doch gab es Mittel und Wege sich diesen zu gegebener Zeit zu nutze zu mache. Burmakin erläuterte Präsident Raschnikow die geplante Vorgehensweise - sein Einverständnis vorausgesetzt. Als kurzfristiges Ziel sollte die androische Militärpräsenz vor Ort auf die vertraglich zugesicherten 3.000 Soldaten aufgestockt werden. Da der Vertrag nichts genaueres definierte, um welche Art von Truppe es sich handeln dürfe, fiel Burmakins Wahl, ohne groß darüber nachdenken zu müssen, auf die 2. Garde-Spezialaufklärungsbrigade. Mittelfristig würde man die Wahrung und den Schutz von Demokratie und Menschenrechten, zu denen sich Krolock verpflichtete, in Zweifel ziehen. Am Ende würde es unausweichlich sein, dass Andro diesen Schutz selbst übernehmen werden müsste.
Folgt den Ausführungen Burmakins aufmerksam. Diese trafen auf überwiegende Zustimmung, das dieser Umstand bereits bedacht wurde, deutete er als Bestätigung dafür, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, als er sein Gegenüber ins Amt bestellte. An der UKAS gab es im wesentlichen nichts auszusetzen.

Als dieses Thema vom Tisch war, schob Raschnikow eine Akte über den Tisch. Auf dem Mantel war das Wappen des FSI zu erkennen und die Worte "Osoboj washnosti". Im Inneren befand sich ein Dossier über die kritischen Wirtschaftszweige in der Föderation, einschließlich der Leistungsfähigkeit und internen sowie externen Abhängigkeiten. Er hatte den Bericht kurz zuvor erhalten, sodass er Burmakins einen Moment gab, um die Kernaussagen des unbekannten Schriftstückes zu erfassen. Anschließend verwies er auf den Elefanten im Raum, als er Sprach:

Was halten Sie davon?
'Streng vertraulich' prangte so subtil auf dem Deckel des Dossiers, dass es beinahe schon ironisch unter dem Wappen des Inlandsgeheimdienstes anmutete. Neugierig schlug Burmakin das Dossier auf. Ohne sichtliche Gefühlsregung las der Erste Minister aufmerksam Seite um Seite. Am Ende angekommen, schlug er das Dossier zu und sah auf. Gerade verwies der Präsident auf die prunkvolle Elefantenskulptur. Ein kurzes Lächeln umspielte Burmakins Gesicht, zum Zeichen, dass er verstanden hatte.
"Wahres Prunkstück, dieser Elefant. Für mich, wenn Sie mir diese Aussage gestatten, etwas antiquiert und eingestaubt." Unter normalen Umständen, hätte sich Burmakin selbstredend nie zu solch einer Aussage hinreißen lassen, stand der Elefant und sonstige Ausstellungsstücke nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Präsidenten in diesem Raum.
Der Ruf des Dienstes war zuletzt in der Tat immer wieder beschädigt worden, jedoch war er guter Dinge, dass Frau Orlowa seinem Vertrauen gerecht werden würde.

Ich sehe, Sie teilen meine Meinung - gut. Ich erwarte, dass die Regierung sich damit beschäftigt. Sorgen Sie für Resilienz in den betreffenden Bereichen, ich erwarte - wenn nötig - kreative Lösungen die funktionieren und wenn wir dafür Gesetze ändern müssen, dann sorgen Sie dafür. Ich erwarte regelmäßig über den Stand informiert zu werden.

Wie sieht es in den anderen Bereichen aus? Geben Sie mir einen Überblick über die Arbeit der Ministerien.
Ihm war zwar klar, dass die Frage nicht einfach zu beantworten war, allerdings irgendeine Regung hatte er von seinem Gegenüber doch erwartet. Wartend sah er Burmakin an.
Burmakin hatte wohl einen Augenblick zu lange darüber sinniert, wie man ein derart komplexes Thema in aller Kürze zusammenfassen könnte, ohne dabei notwendige Details unbeachtet zu lassen. So jedenfalls hatte der Erste Minister den Blick des Staatspräsidenten aufgefasst.

„Verzeihen Sie meine kurze gedankliche Abwesenheit, Gospodin Prezident.“. In diesem Moment hatte sich Burmakin dazu entschlossen, dem Präsidenten lediglich einen kurzen Abriss der Ist-Zustände zu schildern, wo seiner Meinung nach die Probleme zu suchen waren aber auch wo er Potential sah – und Potential hatte Andro in seinen Augen reichlich.

„… mit der Reform der Verwaltungsgliederung ist ein erster Grundstein gelegt, die Wirtschaft und die Gesellschaft in ihrem Bestand zu festigen. Nun gilt es, dieses Potential zu fördern und die Nutzung auch einzufordern. Wenn Sie, Gospodin Prezident, es erlauben, würde ich entsprechende Anweisungen erteilen, die genau dieses Ziel haben.“, schloss der Erste Minister. Im Grunde blieb Burmakin wage, was Art und Umfang dieser Anweisungen anbelangt, war das Ziel doch am wichtigsten und nicht die Mittel, es zu erreichen.
Interessant. Ich möchte in Zukunft regelmäßiger über die Vorgänge der Minister Informiert werden. Sie werden dafür Sorge tragen.
  
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